Blaulicht, Zelte und Nachteinsätze: Erfolgreiches Übungswochenende der THW Jugend Kirchheim

31. Mai 2026
„Antreten!“ – am Freitagnachmittag (22.05.2026) gegen 16 Uhr startete für 15 Junghelferinnen und Junghelfer der Jugendgruppe 1 ein ereignisreiches und intensives Übungswochenende. Drei Tage lang schlüpfte der THW-Nachwuchs in die Rolle der aktiven Einsatzkräfte, meisterte herausfordernde Szenarien und bewies echten Teamgeist.

Einzug in den Bereitstellungsraum

Wie bei großen Schadenslagen üblich, hieß es für die Jugendlichen zu Beginn erst einmal: Bereitstellungsraum aufbauen. Mit dem Gerätekraftwagen (GKW), dem Mehrzweckkraftwagen (MzKW) sowie den Planen- und Zeltanhängern verlegten die jungen Einsatzkräfte zum THW-Ortsverband Geislingen. Dort errichteten sie ihr provisorisches Quartier aus Zelten und Feldbetten, das für das Wochenende als Einsatzzentrale und Unterkunft dienen sollte.

Nachtalarm: Schwerer Verkehrsunfall

Lange blieb es nach dem Abendessen jedoch nicht ruhig, denn schon bald schrillten die Melder zum ersten Mal: „Verkehrsunfall – eingeklemmte Personen“ lautete das Stichwort. Aufgeteilt in die Gruppen „Bergung“ und „Schwere Bergung“ besetzten die Jugendlichen zügig die Fahrzeuge und rückten aus.

Vor Ort bot sich ein komplexes Bild: Neben den Insassen eines Unfallwagens war auch ein Fußgänger eingeklemmt worden. Während der Beifahrer mittels Spineboard patientenschonend über den Kofferraum gerettet und medizinisch versorgt wurde, sicherte die Schwere Bergung den Verkehrsraum ab und leuchtete die Einsatzstelle taghell aus. Mit dem Mehrzweckzug wurde schließlich das Fahrzeug bewegt, um auch den Fußgänger erfolgreich zu befreien.

Rettung aus der Tiefe und Eigentumssicherung

Nach einer kühlen Nacht im Zelt wartete am Samstagmorgen bereits der nächste Alarm. Die Bergungsgruppe wurde zu zwei vermissten Bahnmitarbeitern nahe einem Stellwerk gerufen. Unter strenger Beachtung des laufenden Bahnverkehrs musste zunächst das unübersichtliche Gelände erkundet werden. Die Spur führte in den Untergrund des Stellwerks, welcher nur über einen schmalen Schacht zugänglich war. Mithilfe eines Dreibocks und eines Abseilsystems begaben sich die Junghelfenden in die Tiefe. Dort galt es, die rund 90 kg schweren Patienten (simuliert durch Übungspuppen) zu retten. In enger Teamarbeit und unter ständigem Funkkontakt zur Oberfläche wurden die Personen sicher nach oben befördert und an den Rettungsdienst übergeben.

Parallel dazu bildete Jonathan, Jugendbetreuer und Helfer im OV Geislingen, die Jugendlichen in der Eigentumssicherung aus. Nach Bränden oder Einbrüchen unterstützt das THW Geislingen routinemäßig dabei, Gebäudeöffnungen provisorisch zu verschließen. Die Aufgabe der Jugendlichen: Ein beschädigtes Fenster versiegeln, und zwar ohne weitere Schäden am Rahmen zu verursachen. Mit eigenen Ideen konstruierten die Jugendlichen eine Passform aus Sperrholzplatten und Holzlatten, sägten diese passgenau zu und setzten sie fachgerecht ein.

Nach dem Mittagessen stand bei sommerlichen Temperaturen erst einmal eine verdiente Abkühlung im angrenzenden Bach auf dem Programm, bevor die Gruppen die Stationen tauschten.

Der große Abschlusseinsatz im Tunnel

Erschöpft wollten die Jugendlichen den Samstagabend gerade bei einem Spezi, Kartenspielen und einer Runde Tischkicker ausklingen lassen, als die Melder erneut Alarm schlugen. Dieses Mal rückte der gesamte Technische Zug aus.

Die Lage am Einsatzort war knifflig: Der Bereich, in dem eine verschüttete Person vermutet wurde, war nur über eine rund 150 Meter lange Gleisstrecke erreichbar. Während ein Erkundungstrupp das weitläufige Gelände absuchte und die Person schließlich in einem Tunnel unter einem Bahndamm lokalisierte, baute die zweite Gruppe einen behelfsmäßigen Bahnwagen für den Materialtransport auf. Schleifkorb, Leinen, Strahler und Stromerzeuger konnten damit zur Einsatzstelle transportiert werden. Neben der körperlich anstrengenden Rettung erschwerten die Funkbedingungen im Tunnelsystem die Kommunikation. Wieder unter freiem Himmel, wurde der Patient über eine schiefe Ebene den rund 10 Meter hohen Bahndamm heraufgezogen und mit dem Bahnwagen abtransportiert.

Die ausgefallene Runde Tischkicker wurde im Anschluss im Ortsverband natürlich gebührend nachgeholt.

Dienstende und Ferienstart

Am Sonntagvormittag hieß es schließlich: Rückbau und Heimreise in den eigenen Ortsverband. Nachdem die Fahrzeuge gereinigt und die Einsatzbereitschaft wieder vollständig hergestellt war, verabschiedeten sich die Jugendlichen sichtlich müde, aber stolz in die wohlverdienten Pfingstferien.

Ein herzliches Dankeschön gilt Michelle und Jonathan aus dem OV Geislingen für die großartige Unterstützung und die Gastfreundschaft. Ein ebenso großer Dank geht an das Küchenteam für die hervorragende Verpflegung sowie an alle Mimen, Kraftfahrer und Betreuer, ohne die dieses unvergessliche Wochenende nicht möglich gewesen wäre!

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