5. September 2017

Hüttenfreizeit im Pfadfinderhaus Lindersberg

Von Montag, 28.08.2017 bis Montag, 04.09.2017 fand die erste Hüttenfreizeit der THW-Jugend Kirchheim unter Teck im Pfadfinderhaus Lindersberg bei Ebermannstadt in der fränkischen Schweiz in Oberfranken statt.

Am Montag den 28.09.2017 ist es endlich soweit, die Jugendgruppe Kirchheim unter Teck startet zu ihrer ersten eigenen Hüttenfreizeit im Pfadfinderhaus Lindersberg im Rothmannstal bei Ebermannstadt/Bayern.

Konnten die Jugendbetreuer am Montagmorgen noch entspannt und ganz in Ruhe das letzte Gepäck für Küche und Allgemeinbedarf auf die Fahrzeuge laden, so ist es punkt 12:30 Uhr mit der Ruhe schlagartig vorbei. Mi dem Eintreffen der ersten Junghelfer gilt es viel „wichtigere“ Fragen zu beantworten: Wer darf auf welchem Fahrzeug sitzen oder: Wie lange werden wir unterwegs sein?

Am Pfadfinderhaus angekommen heißt es sich erst einmal in dem verwinkelten Gebäude zu orientieren. Überall, so scheint es noch einen Raum weiterzugehen. Doch dann ist es geschafft, die Jugendgruppe hat sich über insgesamt drei Schlafsäle und 4 Turmzimmer, inklusive einem Prinzessinnenzimmer(!) verteilt.

In den kommenden Tagen haben die Jugendlichen und ihre Betreuer viel vor. So stehen neben Abenden am Lagerfeuer mit diversen Spielen auch Spiele auf der zum Haus gehörenden Spielewiese oder im Wald auf dem Plan. Außerdem ist geplant einen Tag in Bamberg mit Stadtführung und Kanufahrt auf der Regnitz zu verbringen und eine Wanderung zur Burg Rabenstein mit Besichtigung der Falknerei Rabenstein.

Was wir auf unserer Hüttenfreizeit so  alles erlebt haben, möchten wir euch hier in den nächsten Tagen erzählen.

30.08.2017 Ausflug nach Bamberg

Für unseren Ausflug nach Bamberg zeigt sich das Wetter noch einmal von seiner schönsten Seite. Bereits früh am Morgen heißt es für die Jugendgruppe fertig zu sein, um rechtzeitig zur Führung in der Bamberger Altstadt den Stadtführer zu treffen.

Dieser reist mit einem verschlossenen Leiterwagen an, was nicht nur bei unseren Jugendlichen die Neugierde weckt. Doch zuerst gibt es nach altem Brauch einen Begrüßungstrunk aus dem Trinkhorn. Dabei erzählt der Stadtführer bereits die ersten Geschichten der unmittelbaren Umgebung aus dem Mittelalter.

Nach reichlicher Stärkung mit Kindermet (Apfelsaft!) aus dem Trinkhorn, zieht die Gruppe dem klappernden Leiterwagen hinterher, quer durch Bamberg. Dabei zaubert der Stadtführer nicht nur reichlich Geschichten und Anekdoten aus seinem Gefährt, sondern auch immer wieder Geschichte buchstäblich zum Anfassen, so z. B. beim Thema Handwerksmeister, Kaufleute und Kirche präsentiert er die passende Kleidung dieser Leute von damals.

Vor der Mauer des Bamberger Doms wird dann noch zünftig und genauso mühselig wie einst, mit Feuerstein und Stahl ein kleines Feuer entzündet, bevor sich die Gruppe zum Höhepunkt der Stadtführung in den Bamberger Dom begibt. Dort staunen die THW-Junghelfer  über das gewaltige Gebäude und bekommen allerlei lustige und interessante Geschichten um den Dom erzählt. Der romanische Bamberger Dom St. Peter und St. Georg, erbaut von Kaiser Heinrich II. im 11. Jahrhundert gehört zu den deutschen Kaiserdomen und ist mit seinen vier Türmen das beherrschende Bauwerk des Weltkulturerbes Bamberger Altstadt.

Auf dem Domplatz wird eine kurze Mittagspause gemacht. Danach geht es zum Höhepunkt des Tages, einer Kanutour auf der Regnitz durch Bamberg und seine Geschichte und seiner Natur. Doch am Startplatz können die Jugendlichen nicht sofort lospaddeln. Zuerst, ganz in alter THW-Tradition werden zusammen mit dem Tourguide Raimund die Kanus abgeladen und die Schwimmwesten angelegt, THWler bleibt THWler, deswegen muss Sicherheit  auch im Urlaub und in der Freizeit gewährleistet sein. Nachdem alle vorschriftsmäßig mit Schwimmweste und Paddel ausgerüstet sind, können die Boote endlich zu Wasser gelassen und besetzt werden.

Nun geht es die Regnitz stromabwärts, vorbei an den Flussbädern und ehemaligen Seitenarmen. Dabei kommen die Boote immer wieder zusammen und Raimund erzählt Geschichten zu den Flussbädern, ehemaligen Fähren und anderen Besonderheiten. Sogar  Biberburgen mitsamt ihren Bewohnern und auch andere Tiere können aus den Booten beobachtet werden.

Bevor die Schleuse erreicht wird, dürfen noch kleinere und größere Mutproben wie Sitzen und Schaukeln auf der Seitenwand oder sogar Stehen auf der Seitenwand gemeistert werden. Aber alles unter Kontrolle und immer mit einer sichernden Hand am „Mutigen“. Als die über 100 Jahre alte Schleuse erreicht ist, verschwindet Raimund urplötzlich und winkt den etwas verdutzt dreinschauenden Jugendlichen von der Schleusenmauer herab.

„Irgendwer muss die Schleuse ja bedienen“ so Raimund, „aber zwei Freiwillige dürfen mir helfen“. Diese sind selbstverständlich schnell gefunden und dann werden die zwei Boote in der Schleuse fast 7 Meter in die Tiefe gelassen. Nachdem Raimund und die Freiwilligen Felix B. und Jan F. wieder sicher in den Kanus sind, geht es durch das historische Mühlenviertel zum Ausstiegspunkt.

Dort angekommen werden zuerst die Ausrüstung und die beiden Boote gemeinsam zurück an Land gebracht. Bei der Abschlussbesprechung findet Guide Raimund für die Gruppe sehr lobende Worte, insbesondere aber auch für den Steuermann des zweiten Bootes, Junghelfer Tobi, der sich dazu am Anfang freiwillig gemeldet hat.

Etwas erschöpft aber glücklich verabschiedet sich die Gruppe schließlich von Tourguide Raimund und lässt den Abend sehr schwäbisch bei Kartoffelsalat und Mauldäschle und später noch bei einem gemütlichen Lagerfeuer ausklingen. Für alle überraschend kommt Besuch. Andreas Baumann, unser Kirchheimer THW-Ortsbeauftragter hat sich auch ins Fränkische gewagt und genießt den Abend gemeinsam mit seinen Junghelfern und ihren Beteueren am knisternden Lagerfeuer. So könnte eigentlich doch jeder Abend ausklingen!

02.09.2017 Falknerei Burg Rabenstein

Trübe beginnt der Samstagmorgen am Pfadfinderhaus Lindersberg. Das Wetter hat umgeschlagen und auch das Aufstehen der Junghelfer will nach der letzten langen Nacht nicht so recht klappen. Zu fesselnd waren Gesellschaftsspiele wie Werwolf, Siedler von Catan, UNO und Co.

Doch der geplante Ausflug zur Falknerei Burg Rabenstein treibt dann auch die letzten Langschläfer aus den Federn. Nach einem ordentlichen Frühstück gilt es dann noch schnell den Rucksack packen und los geht es.

An der Falknerei angekommen ist es schon sehr knapp bis zur Vorführung, „Gutes Timing“, könnte es genannt werden, denn  die gesamte Gruppe kann sich dadurch unmittelbar zum Flugplatz begeben wo es dann auch sofort losgeht.

Begrüßt werden die Zuschauer von der Gerfalkendame Cosma die zum Auftakt eine beeindruckende Flugvorführung und Jagdvorstellung gibt. In den kommenden 90 Minuten erklären die Falkner die Geschichte und die moderne Ausführung der Falknerei. Außerdem vermitteln die Falkner mit ihren Tieren die Aufzucht vom Jungfalken bis zum perfekten Jäger und die Abrichtung der Tiere auf die gewünschte Beute.

Dabei zeigen die Greifvögel den begeisterten Jugendlichen ihre rasanten Flugkünste, angefangen von dem kleinen und wendigen Gerfalkenweibchen Cosma bis zu dem im Duett jagenden Bussardpaar, das sich unter anderem einen Spaß draus macht, die Zuschauer mit nur wenigen Zentimetern Abstand zu überfliegen.

Der Höhepunkt der Vorführung ist gekommen als plötzlich der Ruf ertönt: „Adler frei!“ und sich der beeindruckende Steinadler Attila auf seine Beute, eine Fuchsattrappe stürzt. Nach einigen spektakulären Jagderfolgen auf den „Fuchs“ ist die Vorführung dann nach Meinung vieler Zuschauer leider allzu schnell zu Ende. Aber für die Raubvögel ist dieses Jagen ja auch ganz schön anstrengend!

Zum Trost dürfen die Zuschauer jetzt Fotos von der Gerfalkendame Cosma und Steinadler Attila machen, wobei die Falkner bitten, mindestens 2m Abstand zu den Tieren zu halten um diese nicht zu verschrecken. Einige ganz Mutige nehmen das Falkenweibchen Cosma gegen eine kleine Futterspende auf den Arm. Evtl. Kratzspuren gibt es  gratis dazu. Die beiden Mädchen aus unserer Gruppe, Sophie und Lilly lassen sich das allerdings trotzdem nicht entgehen.

Lagertage und lange Nächte

Natürlich gehören Lagertage und lange Nächte zu einem Jugendgruppenausflug mit dazu. Auch wenn das Wetter auf unsere Hüttenfreizeit nicht jeden Tag mit strahlendem Sonnenschein beglückt, wird es doch nie wirklich langweilig.

Die verregneten Stunden verbringt die Jugendgruppe bei regelrechten Zockerabenden, wo es bei aufregenden UNO-Partien auch schon mal etwas lauter wird. Oder es wird in Auswanderer-Teams die Inselwelt von Cataan besiedelt. Dabei braucht es neben Würfelglück auch taktisches Geschick und der Handel mit den Nachbarn ist gefragt. Aber auch die ewigen Spieleklassiker, wie „11er raus“ oder „Mensch ärger dich nicht!“ werden gerne ausgepackt und gespielt.

Doch sobald der Regen aufhört zieht es alle wieder nach draußen. An der Tischtennisplatte werden nicht nicht nur von den Junghelfern Turniere ausgefochten, auch die begleitenden Betreuer hüpfen wie junge Springböcke um die Platte und kämpfen um den Sieg. Auch Geländespiele im angrenzenden Wald und auf der Spielwiese erfreuen die Junghelfer.

Wenn sich dann alle richtig ausgetobt haben, lässt die Gruppe den Abend bei einem heimeligen Lagerfeuer ausklingen. Mancher Feinschmecker(?) röstet nebenbei noch das eine oder andere Marshmallow.

Ein herzliches „Danke“ von allen Teilnehmer aus der THW-Jugendgruppe  geht an unsere Betreuer Chantal Branke, Vicky Mayer, Franziska Theiß, Tobias Kriegeskorte, Steffen Forcher, Oliver Kiedaisch, Jens Olaf Sandmann und Marcel Schweizer für diese tolle Hüttenfreizeit im oberfränkischen Bayern.