Neue Kisten, neue Chancen, die THW-Jugend Kirchheim haucht alten Seifenkisten neues Leben ein!
Von der Ausmusterung zur Pole-Position
Die fünf hölzernen Flitzer hatten ihre besten Jahre eigentlich hinter sich. Anstatt die in die Jahre gekommenen Gefährte jedoch dem Sperrmüll zu überlassen, ergriff die Jugendlichen die Initiative. Nicht nur die Übernahme der Kisten musste mit der Haldenbergrealschule verhandelt werden, sondern auch die anderen Gruppen der THW-Jugend Kirchheim unter Teck e.V. wollten überzeugt werden. Schließlich kostet so ein Großprojekt nicht nur Geld, sondern vor allem auch Zeit und Platz. Doch dann war alles beschlossen und die Abholung der Seifenkisten in Uhingen, markierte den Startschuss für eine umfassende Restaurierung, die weit über einen einfachen Anstrich hinausgeht.
Dafür werden die Seifenkisten von den Jugendlichen zunächst komplett zerlegt und jedes Detail genauestens überprüft. Funktionieren Bremsen und Lenkung? Sind Tragende Teile in Ordnung? Und wie soll die sanierte Seifenkiste später aussehen. Denn jede Kiste erhält ein individuelles Gesicht, um auf der Rennstrecke nicht nur schnell zu sein, sondern auch optisch zu glänzen und wiedererkannt zu werden.
Nachhaltigkeit als Antriebsmotor
Das Herzstück des Projekts ist der Gedanke der Circular Economy (Kreislaufwirtschaft). In einer Zeit, in der oft neu gekauft statt repariert wird, setzen die Jugendlichen mit ihren neu aufgebauten Seifenkisten ein starkes Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft.
„Es geht darum zu zeigen, dass ‚alt‘ nicht ‚wertlos‘ bedeutet“, erklärt Projektleiter Jan Fritscher. Durch Upcycling werden wertvolle Ressourcen geschont und die Lebensdauer der Fahrzeuge um viele Jahre verlängert. Und dabei zeigt sich das Upcycling lohnt sich auch finanziell, viele der Teile würden neu die Kostenplanung stark belasten, wobei die Alten Teile mit etwas Erfindungsgeist und ein klein Wenig Mühe noch sehr gut funktionieren.
Gemeinschaft macht stark
Ein Projekt dieser Größenordnung funktioniert nur als Team. Besonders dabei ist, dass die Jugendlichen hier nicht einfach Befehle ausführen. Alle wesentlichen Entscheidungen – vom Designkonzept bis hin zur technischen Umsetzung – wurden gemeinschaftlich in der Gruppe beschlossen. Diese demokratische Herangehensweise fördert nicht nur das Verantwortungsbewusstsein, sondern schweißt die Jugendlichen eng zusammen.
Unterstützt werden die Nachwuchshandwerker dabei in erster Linie von den vier engagierten Betreuerinnen und Betreuern Jan Fritscher, Celine Auwärter, Moritz Feller und Hennig Rehm. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um knifflige technische Lösungen oder den sicheren Umgang mit Werkzeugen geht, lassen den Jugendlichen aber den nötigen Freiraum für eigene Ideen.
Die Rennsession 2026 ist geplant.
Wenn die letzte Schraube festgezogen und der Lack getrocknet ist, steht die eigentliche Bewährungsprobe an. Natürlich wollen die Jugendlichen ihre restaurierten Kisten nicht nur im Schuppen stehen sehen, sondern bei Seifenkistenrennen stolz zeigen was in Ihren Werken steckt.
Das Projekt „Neue Kisten – neue Chancen“ beweist eindrucksvoll: Wenn jugendliches Engagement auf Nachhaltigkeit und Teamgeist trifft, entstehen daraus nicht nur schnelle Rennwagen, sondern auch wertvolle Erfahrungen für das Leben.