Herbstfreizeit in der Bundeshauptstadt
14.11.2025
Auch dieses mal setzte die Kirchheimer Gruppe auf die Bahn. Am Montagmorgen trafen sich alle pünktlich um 6:50 Uhr am Kirchheimer Bahnhof, manche ausgeschlafen, während andere sicher selbst zu Schulzeiten noch im Bett liegen würden. Nach den obligatorischen Formalitäten und der Begrüßung durch die Betreuer hieß es: Einsteigen! Trotz ausgefallener S-Bahnen – wie es sich für einen Montag gehört – schafften wir es bis nach Wendlingen. Die Busfahrt, bei der sich folglich Personen aus gleich drei S-Bahn-Waggons in einen Bus drängten, war zwar abenteuerlich, doch danach ging es entspannt weiter. In Stuttgart bestiegen die Kirchheimer den ICE nach Berlin. Die fünfeinhalbstündige Fahrt bot reichlich Zeit für Gespräche, Kartenspiele und die neugierige Erkundung des 11-teiligen Zuges. Natürlich war auch das Bordrestaurant wieder ein beliebter Treffpunkt.
In Berlin angekommen, führte die S-Bahn und ein kurzer Fußmarsch zum Hotel. Nachdem die Zimmer bezogen und beim Abendbuffet neue Kräfte gesammelt waren, stand schon der erste Ausflug an. Im Regierungsviertel angekommen, wartete der Besuch der Reichstagskuppel auf die Junghelfer:innen. Wie am Flughafen mussten Ausweise und Taschen kontrolliert werden und selbst die Fahrt im Aufzug aufs Dach des Bundestags erfolgte in Begleitung. Oben angekommen beeindruckte die stattliche Glaskuppel mit ihrer modernen Architektur und bot eine herrliche Aussicht über das farbenfroh beleuchtete Berlin bei Nacht. Ein Blick nach unten ermöglichte sogar den Blick in den leeren Plenarsaal des Bundestags. Auf dem Rückweg durfte natürlich ein Abstecher zum ebenfalls beleuchteten Brandenburger Tor nicht fehlen.
Tag 2 – Stadtführung und Zoo
Am nächsten Morgen startete die Stadtführung durch das historische Berlin, erneut am Brandenburger Tor. Über die Geschichte der Siegesgöttin Victoria und den Verlauf der Berliner Mauer während der deutschen Teilung führte der Weg zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Die 2711 Betonstelen erinnerten eindrucksvoll an die Schrecken der Vergangenheit. An einem unscheinbar wirkenden Parkplatz erklärte der Tourguide, dass sich darunter einst der sogenannte Führerbunker befand, heute kaum vorstellbar, jetzt wo sich wieder das ganz alltägliche Leben abspielt. Weiter ging es zu den Überresten der Berliner Mauer, die trotz aller Sicherungsmaßnahmen nicht jede Flucht verhindern konnte. Wie sonst nur in einem Film gelang es beispielsweise einer Familie, mit einer selbstgebauten Seilbahn die Mauer zu überwinden, berichtete der Guide.
Am Nachmittag brachte die U-Bahn die Gruppe – trotz des grauen Herbstwetters – in den Berliner Zoo. Entsprechend zogen die Kirchheimer Jugendlichen den Tieren gleich und suchten Schutz in den zahlreichen Innengehegen und Tierhäusern. Ob Affen, Vögel, Koalas, Nilpferde oder Pinguine, für jeden boten sich interessante Einblicke in die Welt der verschiedenen Tierarten und deren Lebensweise. Den Abschluss des Tages bildete ein kurzer Abstecher ins berühmte KaDeWe, bevor es zurück ins Hotel ging.
Tag 3 – Durch Flughafen und Museen
Am dritten Tag stand ein besonderes Bauwerk auf dem Programm: Der Flughafen Tempelhof am Platz der Luftbrücke, ein zentraler Ort der Berliner Luftbrücke während der Nachkriegszeit. Die Führung begann in einer ausgebrannten Bunkeranlage, in der früher Dokumente und Filmrollen gelagert wurden. Danach betraten die Junghelfer:innen das gewaltige Hauptgebäude des Flughafens. Sechs Ober- und drei Untergeschosse galt es zu erkunden. Schritt für Schritt führte der Weg durch ehemalige Büros, Trainingsräume und sogar eine alte Bowlingbahn. „Hier waren damals die Amerikaner untergebracht“, erklärte der Guide, als der alte Teppichboden dies noch erahnen ließ. Selbst eine große Sporthalle gehörte zum Komplex und zeugte von der einstigen Nutzung durch die US-amerikanische Besatzungsmacht. Zum Abschluss ging es durch die riesigen Hangars aufs Rollfeld, wo schnell klar wurde: In einem einzigen Hangar hätte wohl der gesamte Kirchheimer THW-Ortsverband Platz gefunden.
Nach dem Mittagessen aus dem “berüchtigten“ Lunchpaket führte der Weg zurück in die Innenstadt. Dort blieb etwas Zeit für eigene Erkundungen. Einige nutzten die Gelegenheit, Berlin noch einmal im Hellen von oben zu sehen: Vom 25. Stock des Kollhoff-Towers bot sich ein beeindruckender 360°-Panoramablick über die Hauptstadt. Wie aus der Vogelperspektive konnte man das geschäftige Treiben auf den Straßen verfolgen.
Zurück am Boden stand der nächste Programmpunkt an. Im interaktiven Deutschlandmuseum reisten die Jugendlichen durch zwölf Epochen deutscher Geschichte, vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Der Tag endete schließlich im Spionagemuseum, wo historische und moderne Spionagetechnik bestaunt und an Mitmachstationen selbst ausprobiert werden konnte. Von Spionagetauben bis zu versteckten Kameras gab es viel zu entdecken.
Und natürlich durfte auch ein echter Berliner Klassiker nicht fehlen: Zum Abschluss des Abends ging es noch zum nahegelegenen Wurstpaten, denn ein Berlin-Besuch ohne Currywurst ist einfach undenkbar.
Tag 4 – Rückreise
Am letzten Tag hieß es: Koffer packen und ein letztes Mal die beliebten Pancake-Maschinen des Frühstücksbuffets nutzen. Fast pünktlich verließ die Gruppe um 11:34 Uhr den Berliner Hauptbahnhof mit dem ICE Richtung Stuttgart. Mit im Gepäck: viele neue Eindrücke, Erinnerungen und gestärkte Freundschaften. Gegen 19 Uhr trafen die Junghelfer:innen schließlich wieder im Ortsverband Kirchheim unter Teck ein, wo sie von ihren Eltern in Empfang genommen wurden.
Ein großes Dankeschön an alle, die solche unvergesslichen Ferienfreizeiten Jahr für Jahr möglich machen.